Wie reagieren wir, wenn Menschen ausgegrenzt oder herabgewürdigt werden? Wann wird aus Beobachten ein Handeln? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Veranstaltung „Haltung heute“ im Saarländischen Landtag. Eingeladen hatten die Landtagspräsidentin Heike Winzent, Innenminister Reinhold Jost sowie die Vinzenz Pallotti University. Das CJD war durch Sabine Schwender, Leiterin des Internats am CJD Homburg und Mitglied der AG Politische Beteiligung, vertreten.
Theaterstück als Impulsgeber
Ein zentraler Programmpunkt war das Solo-Theaterstück „Abgerungen“, das die Lebensgeschichte des Pallottinerpaters Richard Henkes aufgreift. Henkes stellte sich während der NS-Zeit öffentlich gegen das Regime und wurde dafür in das Konzentrationslager Dachau gebracht. Dort pflegte er an Typhus erkrankte Mitgefangene und starb schließlich selbst an der Krankheit.
Das Stück arbeitet bewusst ohne einfache Deutungen. Stattdessen stellt es Fragen in den Raum: Wie hätte man selbst gehandelt? Wo beginnt persönliche Verantwortung? Und welche Konsequenzen hat Zivilcourage im Ernstfall?
Perspektiven aus der Ausstellung
Ergänzend zeigte die Ausstellung „Mehr Leben entdecken“ im Foyer des Landtages verschiedene Alltagssituationen von Ausgrenzung und Benachteiligung. Besucherinnen und Besucher wurden an interaktiven Stationen eingeladen, eigene Positionen zu reflektieren und Entscheidungen zu hinterfragen.
Stimme aus dem CJD
Sabine Schwender betonte vor allem den Impuls zur Selbstreflexion: „Die Veranstaltung hat deutlich gemacht, dass Haltung nicht abstrakt ist, sondern sich in konkreten Situationen zeigt. In unserer Arbeit im CJD begegnen wir täglich sehr unterschiedlichen Lebensrealitäten. Umso wichtiger ist ein respektvoller Umgang und die Bereitschaft, Verantwortung im eigenen Handeln zu übernehmen“.
Gesellschaftliche Relevanz in der Arbeit des CJD
Die Veranstaltung machte deutlich, dass Haltung kein theoretisches Konzept ist, sondern im Alltag entsteht, in Entscheidungen, im Umgang miteinander und im Widerspruch, wenn Grenzen überschritten werden. Gerade Bildung und soziale Arbeit wurden dabei als zentrale Räume benannt, in denen diese Fragen erfahrbar und diskutierbar werden.